Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass sich Interessenten für unsere Kleintiere vor dem Besuch im Tierheim noch nicht allzu viel mit der Haltung von Kleintieren beschäftigt haben. Die Überraschung ist dann meistens sehr groß, wenn wir ein paar der grundlegenden Anforderungen an Käfig oder Gehege erklären. Oft ist es leider immer noch so, dass handeslübliche Käfige nicht ideal sind und modifiziert werden müssen oder eine andere Lösung deutlich besser für die Tiere ist. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, wie Sie das neue Zuhause Ihres neuen Mitbewohners gestalten können, damit er sich schnellst möglich wohlfühlt. Wenn Sie noch Fragen haben, können Sie sich bei Ihrem Besuch im Tierheim gerne an unser Team von der Kleintierstation wenden.  

 

Grundausstattung:

  • Vorsicht: Zur Einrichtung generell KEIN PLASTIK verwenden! Ratten nagen gerne und können beim Nagen an Plastik kleine Plastikteilchen verschlucken. Außerdem können am Plastik scharfe Bruchkanten entstehen.  
  • Mindestmaß: für 3 Tiere sollte der Käfig mindestens 100 x 50 x 100 (L x B x H cm) grpß sein.
  • Materialien: Gut geeignet sind Gitterkäfige oder umgebaute Kleiderschränke. Aquarien o. Ä. sind für Farbratten generell nicht geeignet.
  • Stockwerke: Bauen Sie Etagenbretter ein. Ideal sind Volletagen mit geschlossenen Flächen (z. B. Siebdruckplatten). Verwenden Sie für die Etagen KEINE Gitter, da sich die Tiere daran verletzen können. 
  • Rückzug: Bieten Sie Häuser, Röhren und andere Versteckmöglichkeiten an.
  • Spiel und Spaß: Denken Sie an Klettermöglichkeiten und Kuschelsachen (z.B. Hängematten etc.).
  • Pipi & Co.: Toilette sollte mit staubarmer Einstreu gefüllt sein. Geeignet sind z. B. Pellets, Hanf- oder Baumwollstreu. Die Toilette muss alle zwei bis drei Tage gereinigt werden. 
  • Sandbad: Farbratten benötigen kein Sandbad.
  • Komplettreinigung:  Alle 1 bis 2 Wochen sollten Sie die gesamte Unterkunft Ihrer Farbratten reinigen.

 

Grundausstattung:

  • Gehegegröße: für 2 bis 5 Tiere mind. 100 x 50 x 50 cm (L x B x H)
  • Vielfalt: Richten Sie das Gehege ein mit Klettertauen, Backsteinen, Leitern, Schrägen und bieten Sie Verstecke (z. B. Kork- und Papperöhren). Der Abstand nach oben muss mindestens so groß sein, dass die Tiere sich aufrichten können. 
  • Nagetiere müssen nagen: Bieten Sie Äste zum Nagen an. Wenn Baumschnittsaison ist gleich zugreifen beim Obstbaumschnitt. 
  • Platzwahl: Käfig und Gehege sollten an einem ruhigen, trockenen, leicht erhöhten Platz stehen. Vermeiden Sie Zugluft und direkte Sonneneinstahlung.
  • Zeitvertreib:· Abwechslung und Spielmöglichkeiten anbieten, z. B. durch leere Klorollen oder Eierkartons
  • Mäusestrand: Immer ein Sandbad anbieten, dient zum Markieren und zum Stressabbau.
  • Noch mehr Tipps: Ideen zum Selbstbau unter www.rattenwelt.de (nach klicken des Links verlassen Sie unsere Webseite und werden weitergeleitet)

 

Grundausstattung:

  • Gehegegröße:
    • Mittelhamster: 100 x 100 x 70 cm (L x B x H)
    • Zwerghamster: 100 x 50 x 50 cam (L x B x H)
  • Pipi und Co.: ·Hamster brauchen mehrere WC-Ecken, diese sollten alle 2 - 3 Tage gereinigt werden.
  • Buddeln und graben: Richten Sie Möglichkeiten zum Bauen von Gängen und Tunneln ein. Für Hamster ist das unverzichtbar.
  • Ruhezone: Schlafhäuschen mit mehreren Kammern bereitstellen
  • Spiel und Spaß: Bauen Sie Brücken ins Gehege, legen Sie Äste oder Wurzeln, Korkröhren oder dicke Pappröhren in den Käfig. Hamster sind aktiv, sie müssen nagen und sich beschäftigen können.
  • Sandbad: Für Hamster essenziell wichtig, dient dem Stressabbau, der Fellpflege und zum Markieren. 
  • Zimmerservice: Misten Sie das Gehege nur etappenweise oder vermischen Sie etwas Altstreu mit in neuem Einstreu. Wichtig: Einstreu muss mindestens 20 - 25 cm hoch sein!

 

Grundausstattung:

  • Gehege ist ein Muss: Richten Sie außer dem Käfig auch ein Gehege ein. Meerschweinchen sollten nie in reiner Käfighaltung untergebracht sein!
  • Platzbedarf: 2 - 3 Tiere brauchen rund 2 qm Gehegefläche 
  • Wohnraum für alle: Jedes Tier sollte ein eigenes Häuschen als Unterschlupf haben – auch wenn sie am Ende zu zweit drin hocken.
  • Licht und Luft: Wenn Sie Kaninchen in Innenräumen halten, muss der Raum zugluftfrei und hell sein. Das Gehege darf nicht direkt in der Sonne stehehen.  
  • Leben im Freien: Meerschweinchen können das ganze Jahr draußen gehalten werden, wenn die Tiere gesund sind. Im Winter muss an das Gehege ein isolierter Raum oder eine Hütte angeschlossen sein. 
  • Wetterschutz: Das Gehege muss an einem vor Wind, Wetter und direkter Sonne geschützten Ort stehen (z.B. an einer Hausmauer) und von oben gut gegen Greifvögel gesichert sein.

 

Grundausstattung Gehege:

  • Gehege: Kaninchen brauchen zwingend ein Gehege und sollten nie in Käfighaltung untergebracht sein. Der Untergrund muss rutschfest sein (z. B. PVC).
  • Platzbedarf: 2 Tiere benötigen mindestens 4 qm, wenn Sie zusätzlich viel Auslauf, z. B. in einem entsprechend vorbereiteten Bereich im Garten bekommen. Ohne solche Auslaufmöglichkeiten sollte das Gehege mindestens 6 qm groß sein.
  • Struktur im Raum: Schaffen Sie Abwechslung durch Häuschen, Etagen, erhöhte Ebenen, Tunnel, Buddelkiste. Achten Sie darauf, dass die Höhe der Ebenen und der Abstand zum Gehegedach ausreicht für sitzen und aufrichten. Für Etagen keine Gitter, sondern Platten verwenden.
  • Pipi und Co.: Toilette bereitstellen, die so groß ist, dass sich das Tier asstrecken kann. Am besten mit Überdachung. 
  • Gitter: Decken Sie Gitter (z.B. Käfigtür) ab, damit die Tiere darüberlaufen können, ohne sich zu verletzen. Gut geeignet sind Holzabdeckungen.
  • Licht und Schatten: Kaninchen brauchen Sonnenlicht für ihren Vitamin D Bedarf. Bei Innenhaltung daher UVB-Lampe bereitstellen. Freigehege müssen Schattenplätze und kühlen Untergrund bieten (Naturboden erwärmt sich langsamer als Steinplatten oder Kunststoffboden). Der Standort darf nicht in ständiger Sonneneinstrahlung sein.
  • Draußen bleiben: Kaninchen können das ganze Jahr draußen gehalten werden. Sie sollten jedoch bereits im Frühjahr (spätestens Anfang Juni) daran gewöhnet werden.
  • Gefahrenabwehr: Marder und Füchse sind eine Gefahr für Kaninchen, die im Freien wohnen. Daher muss der Rand des Geheges besonders gesichtert werden, indem Steinplatten oder Gitter um das Gehege herum mindestens 30 cm tief in den Boden eingelassen werden.  
  • Viele weitere Infos:www.kleintiervilla.de (wenn Sie den Link klicken, verlassen Sie das Webangebot des Tierschutzvereins Ludwigsburg e. V.)